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Noteć
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Die Noteć (Netze) ist der wichtigste Nebenfluss der Warthe. Sie ist 366 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 17.240 km². Der Fluss entspringt in der Gmina Chodecz in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern und mündet bei Santok in die Warthe. Der Lauf wird unterteilt:
• Der Oberlauf, 204 km lang, von der Quelle bis Nakło nad Notecią. Er verläuft mit Hauptrichtung nordwest und durchfließt den Jezioro Gopło (Goplo-See).
• Der Unterlauf, 187 km lang, folgt ab Naklo dem Thorn-Eberswalder Urstromtal in westsüdwestlicher Richtung bis zur Mündung.
Contents
• Name
• Bromberger Kanal
• Um Czarnikau
• Netzebruch
• Literatur
• Weblinks
• Einzelnachweise
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Name
Der Fluss wird 1234 als Nothes erstmals urkundlich erwähnt. Vor dem Slawischen dürfte er den Namen *Natusis gehabt haben, welches sich vom indogermanischen *nətu- mit der ungefähren Bedeutung „Ort zum Baden, Schwimmen“ ableiten könnte.cite-ref-1[1]
Bromberger Kanal
→
Hauptartikel
:
Kanał Bydgoski
Es besteht eine Kanalverbindung über Bydgoszcz zur Weichsel, der Kanał Bydgoski, 1772 bis 1774 als Bromberger Kanal erbaut; er verbindet die Brda (Brahe), einen Nebenfluss der Weichsel, mit der Noteć, die bei Santok in die Warthe mündet. Da die Warthe in die Oder mündet, wird durch den Kanał Bydgoski ein Schifffahrtsweg zwischen Weichsel und Oder hergestellt.
Siedlungsgeschichte
Um Czarnikau
Das Netzetal um Czarnikau mit sumpfigem Talboden und sandiger Waldumgebung war lange dünn besiedelt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts siedelten Deutschsprachige, vor allem aus Brandenburg und Pommern. Diese Bewegung wurde von den lokalen Grundbesitzern initiiert um ihre Erträge zu vergrößern. Zuerst wurden Dörfer nördlich der Netze angelegt, wie Schönlanke (1580). Die erste Siedlung südlich der Netze, Kahlstädt, erhielt im Jahr 1600 ein Schulzenamt.cite-ref-otto-2-0[2]
Netzebruch
Der unterste Lauf des Flusses von der Einmündung der Drawa (Drage) an bildet das Netzebruch, eine moorige Bruchlandschaft, die vor dem 18. Jahrhundert kaum besiedelt war. Lediglich bei Zantoch und Driesen (Drezdenko) gab es Flussübergänge, an denen Befestigungsanlagen entstanden.
Im Mittelalter wurde entlang der Netze eine Reihe von Burgen errichtet, um das polnische Kernland nach Norden abzusichern. Mitte des 13. Jahrhunderts ging die untere Netze aus dem Besitz Polens in den der brandenburgischen Neumark über. Im Zuge der im 12. bis 14. Jahrhundert einsetzenden deutschen Ostsiedlung entstanden in der Sumpflandschaft einige deutsche Ansiedlungen. Die Mehrzahl der Neusiedler des trockengelegten Bruches waren deutschsprachige Einwanderer aus Westpreußen, das zuvor unter polnischer Hoheit gestanden hatte. Deren Anteil betrug fast zwei Drittel der Bevölkerung. Ein weiteres Zehntel waren Sachsen.
Als KurfĂĽrst Joachim Friedrich 1603 die Festung Driesen errichten lieĂź, erfolgte eine erste planmäßige Besiedlung des Netzebruches. 1722 entstanden erste Pläne zu einer ĂĽbergreifenden Trockenlegung der SĂĽmpfe, doch bis 1728 baute man lediglich weitere neue Dörfer. In den SĂĽmpfen gab es eine groĂźe Wildschweinpopulation, deren Fortbestand im Falle einer Trockenlegung offensichtlich Anlass zur Sorge gab. Auf die ihm vorgebrachten Bedenken reagierte König Friedrich Wilhelm I. mit der Bemerkung: Besser Menschen als Schweine. Die verheerenden Ăśberschwemmungen im Warthebruch von 1736 waren Anlass zur Einsetzung einer TrockenlegungsÂkommission, die 1738 ihre Arbeit aufnahm. Wasserbauingenieur und Oberdeichinspektor Simon Leonhard von Haerlem unterbreitete 1739 einen Vorschlag zur Melioration beider BrĂĽche, der die Besiedlung des Netzebruches mit 82 Familien vorsah. Der Beginn der Arbeiten wurde durch den Siebenjährigen Krieg verhindert. 1763 erfolgte die Vermessung des Netzebruches und im Juni wurde mit der Trockenlegung begonnen, die 1769 beendet war. Die gesamten Arbeiten standen unter der Leitung des Domänenrates Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff (1723–1780). Nach der Ersten Teilung Polens wurde die Gegend um den Fluss 1772 als Netzedistrikt ein Teil des Königreichs PreuĂźen. Nach der Niederlage PreuĂźens gegen Napoleon (s. Frieden von Tilsit) kam es 1807 vorĂĽbergehend zum neugegrĂĽndeten Herzogtum Warschau, wurde aber nach dem Wiener Kongress 1815 wieder preuĂźisch.
Wegen des unzureichenden Hochwasserschutzes wurden im 19. Jahrhundert mehrere Dämme, Deiche und Gräben errichtet. Zwischen 1872 und 1874 entstand der Hochwasserdamm Pollychen–Zantoch, der zur Trennlinie zwischen Warthe- und Netzebruch wurde. Doch auch weiterhin gab es in fast jedem Jahr Schäden durch Hochwasser. Aus diesem Grunde erließ der Reichstag im Jahre 1929 das Warthe- und Netze-Gesetz. Im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Arbeitslose wurden die Dämme verbessert und Schöpfwerke errichtet.
Literatur
• Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, Brandenburg 1856, S. 103–114.
• Johann Ludwig Quandt: Das Land an der Netze nebst der Neumark, wie sie von Pommern besessen und verloren wurden. In: Baltische Studien, Band 15, Stettin 1857, S. 165–204.
Weblinks
Commons
: Noteć
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
cite-note-11. ↑ Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2014, ISBN 978-3-11-057891-1, S. 374, „²Netze“ (Auszug in der Google-Buchsuche).
cite-note-otto-22. ↑ Die Geschichte des Deutschtums in Czarnków (Czarnikau) und Umgebung, Karl Otto, Posen, 1938 p. 12ff.